Bolonka Cavalier King Charles Prager Rattler Bolonka2 Chi Havaneser Bolonka3 Sheltie Chi2

Warum ich züchten möchte…

Sie besitzen eine Hündin, die für Sie hoffentlich die Schönste und Siebste ist. Vielleicht ist Ihnen auch schon der Gedanke durch den Kopf gegangen: „Es wäre doch so schön, wenn sie wenigstens ein  Mal Mama werden könnte.“ Und wenn sie auch noch einer Rasse angehört, die gerade in Mode ist, ist die Verlockung möglicherweise doppelt gross. Mit dem Züchten liesse sich ja auch noch Geld verdienen. Vielleicht tragen Sie sich aber auch schon ganz konkret mit Zuchtgedanken und möchten eventuell bei uns im CDK-Suisse Anschluss finden. 

Sie befassen sich also aus unterschiedlichen Gründen mit dem Gedanken, Züchter/in zu werden. Wir möchten Ihnen hier ein paar Denkanstösse geben, die Ihnen Ihre Entscheidung hoffentlich erleichtern. 

Am Anfang stehen Begeisterung und Liebe… 

Ohne Zweifel ist es eine sehr bereichernde und beglückende Erfahrung, gesunde, muntere Welpen aufzuziehen um sie dann in liebevolle Hände abzugeben. Kleine Hundekinder können richtig „süchtig“ machen. Trotzdem braucht es zum Züchten einen grossen Überschuss an Begeisterung und Liebe, nämlich im Hinblick auf die Zeiten, in denen es einmal nicht „rund läuft“. Trotz bester Vor- und Fürsorge können unvorhersehbare Komplikationen während der Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht auftreten, Welpen können krank werden oder gar sterben. Solches zu verkraften ist sehr belastend. Wir sollten uns als Züchter/innen ständig bewusst sein, dass wir es mit Lebewesen zu tun haben, die uns anvertraut sind und dass es nicht selbstverständlich ist, dass alles immer nur gut geht!  

aber trotzdem selbstkritisch sein… 

Auch wenn für Sie persönlich Ihre Hündin hoffentlich die Allerbeste ist, ist es im Hinblick auf die Zucht notwendig, sich mit ein paar grundsätzlichen Fragen bezüglich Wesen, Gesundheit und Erscheinungsbild (bezüglich Rassestandard) selbstkritisch auseinander zu setzen. 

Eine Hündin, die in Alltagssituationen oft Angst- oder Aggressionsverhalten zeigt, wird nicht in der Lage sein, ihre Welpen angemessen zu sozialisieren. 

Eine kränkelnde Hündin verfügt nicht über die notwendige Kondition um Trächtigkeit sowie Geburt durchzustehen und die Welpen ausreichend zu versorgen. 

Viele Krankheiten sind überdies vererbbar. Auch wenn die Elterntiere einen gesunden Eindruck machen, können sie diese Krankheiten unter Umständen trotzdem ihren Kindern weiter vererben. Informieren Sie sich also über die Erbkrankheiten ihrer Rasse. Lassen Sie Ihre Hündin testen, betreiben Sie Ahnenforschung und wählen Sie einen Zuchtpartner, der genau so exakt abgeklärt worden ist und über die entsprechenden Gesundheitsatteste verfügt. 

Falls Sie Rassehunde züchten möchten, muss das Erscheinungsbild ihrer Hündin (und natürlich auch dasjenige des vorgesehenen Zuchtpartners) dem Rassestandard entsprechen und darf keine zuchtausschliessende Fehler aufweisen. Sie muss ausserdem einen vom jeweiligen Verein anerkannten Stammbaum besitzen.  

Züchten Sie ausschliesslich mit Hunden, die alle diese Voraussetzungen erfüllen.

Die Sache mit dem Stammbaum… 

Bei kontrolliert gezüchteten Rassehunden gehört zum Tier ein "Stammbaum" genanntes Abstammungsverzeichnis, in welchem die Vorfahren gegebenenfalls mit Eigenschaften (z.B. Farbe, Grösse, Gesundheitsatteste) aufgeführt sind. Sie sind amtliche Dokumente und werden vom Zuchtbuchamt des entsprechenden Vereins ausgestellt, sofern die Elterntiere alle erforderlichen Voraussetzungen (z.B. Zuchttauglichkeitsprüfung, geforderte Gesundheitsatteste etc.) erfüllen und  die Züchter die Bestimmungen des geltenden Zuchtreglements einhalten. 

Der Stammbaum ermöglicht also nicht nur, wichtige Informationen über die Herkunft eines Welpen zu erfahren, sondern bietet überdies Gewähr, dass wichtige Zuchtkriterien eingehalten wurden, was sowohl für Welpenkäufer als auch für Züchter beruhigend zu wissen ist. Da das Züchten von Stammbaumhunden aufwändiger ist (nicht nur finanziell!), sind sie auch deutlich teurer als solche ohne Papiere. 

Züchten im Alleingang? 

Somit dürfte klar sein, dass Züchten im Alleingang früher oder später immer in eine Sackgasse führt. 

Falls Sie Rassehunde mit Stammbaum züchten möchten, ist es also notwendig, dass die zur Zucht vorgesehenen Tiere eine Zuchttauglichkeitsprüfung bestehen. Diese wird von speziell dazu ausgebildeten Zuchtwarten und -Richtern durchgeführt. 

Ausserdem verpflichten Sie sich, die im Zuchtreglement genannten Bestimmungen (bezüglich Wurfplanung, Aufzucht, Welpenabgabe etc.)  vollumfänglich einzuhalten. 

Wir Züchter/Innen im CDK-Suisse sind uns darüber hinaus bewusst, dass uns nur ein konstruktives, offenes Miteinander weiter bringt. Gerne begleiten und beraten erfahrene Züchter/Innen Neuzüchter/Innen gleichsam als Paten durch den ersten Wurf, sofern dies gewünscht wird. 

Gegenseitiges Austauschen von Erfahrungen, Teilen von Freud und Leid, immer wieder neu dazu lernen, bei anderen vertrauensvoll Rat suchen können, Wissen mit anderen teilen - das sind einige der Kriterien, die uns wichtig sind. Falls Sie sich also dazu entschliessen können, auch im CDK-Suisse zu züchten, freuen wir uns auf Sie! 

Züchten ist „Lebensschule“… 

Als Züchter/in habe Sie Gelegenheit, wichtige Themen des menschlichen Lebens in vielen Variationen immer wieder zu üben. Einige davon seien hier genannt:

    Geduld: manchmal dauert es von den ersten Anzeichen bis zur Geburt des ersten Welpen gefühlte
     Ewigkeiten.

   Ausdauer: "Dran bleiben" auch wenn die Nächte lang und die Augenlider schwer sind.

   Flexibilität: Sehr oft ist rasches Entscheiden und Handeln lebenswichtig

   Akzeptieren müssen, dass nicht jeder Kampf gewonnen werden kann

   Menschen richtig einschätzen, denn man sieht nie ganz in sie hinein.

   Klar nein sagen können, wenn das Bauchgefühl dazu rät.


   Staunen können, denn mit jeder Geburt und jedem Wurf beginnt wieder etwas Neues.


   Vertrauen in andere Menschen (Welpenkäufer)


   Loslassen, abgeben können


   Dankbar sein für die reiche Vielfalt der Lebensmöglichkeiten


   Verantwortung übernehmen für das anvertraute Leben aber auch für getroffene Entscheidungen


   Züchter sind und bleiben die „Anwälte“ ihrer Welpen, denn sie sind unseren Entscheidungen völlig
     ausgeliefert.

 

Allerlei Bürokram...

Um den kommen Sie als Züchter/in auch nicht herum. Sind es doch einige Formulare, die von der Wurfplanung bis zur Abgabe der Welpen ausgefüllt werden müssen. Aber keine Angst: Sie erhalten dazu von uns ein entsprechendes Merkblatt.  

Und das liebe Geld? 

Planen Sie bei Ihren Zuchtgedanken immer auch Ihre finanzielle Situation mit ein, denn zuerst kostet Züchten einiges: Vorsorgeuntersuchungen resp. Behandlungen, Tests, Deck- und andere Gebühren, hochwertiges Futter für die tragende/säugende Hündin samt ihrer Welpen, normale Tierarztkosten für Impfung und Microchip, Einrichten eines artgerechten Welpenzimmers mit genügend Beschäftigungsmöglichkeiten usw. sind nicht billig. Und falls es zu Komplikationen kommt (z.B. Kaiserschnitt oder andere aufwändige Tierarztbesuche), kann züchten sogar richtig teuer werden. Planen Sie bei jedem Wurf zum Voraus ein gewisses Polster ein, das Ihnen ermöglicht, Ihren finanziellen Verpflichtungen termingerecht nachzukommen. Falls alles gut läuft, bleibt zum Schluss tatsächlich etwas übrig, mit dem Sie sich einen offenen Wunsch erfüllen können. Aber auch dies ist alles andere als selbstverständlich. Seriös betriebene Hundezucht eignet sich jedenfalls nicht als üppiger Broterwerb! 

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Gedanken ein paar Denkanstösse gegeben zu haben.  

Zuchtkommission / Annemarie Kirchhofer                                                                              

 

 

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